Als Aktuarin im IT Consulting

Als Aktuarin im IT Consulting


Die Arbeit als IT-Consultant erfordert nicht immer zwingend ein Studium aus dem Informatik- oder Wirtschaftsbereich. Vor allem zählen analytisch-logisches Denken, die Bereitschaft sich ständig in neue Themen einzuarbeiten und der Spaß sowie das kommunikative Geschick im Umgang mit Kunden. Wie man damit als Mathematikerin und Aktuarin zum IT-Consulting in einem Softwareunternehmen kommt, diese Frage haben wir auch unserer Kollegin Cornelia Spreitzer gestellt.

 

Hallo Cornelia! Seit Januar 2018 bist Du bei uns als Senior IT-Consultant im Team unserer Software in|sure PSLife. Wie bist Du von der Mathematik zur IT bzw. ins IT-Consulting gekommen? Und warum hast Du Dich für adesso insurance solutions entschieden?

Der Schritt von der Mathematik hin zur Informatik muss nicht notwendigerweise ein großer sein. Gerade in der modernen Informatik bedient man sich gerne mathematischer Konstrukte und Techniken, die aus der Mathematik hervorgegangen sind (beispielsweise neuronale Netzwerke). Und ganz allgemein gesagt, basiert auch eine Programmiersprache größtenteils auf einem Teilgebiet der Mathematik: der Logik.  

Trotzdem hätte ich bei meinem Berufseinstieg im Aktuariat eines Versicherungsunternehmens nie damit gerechnet, irgendwann in einer „Software-Bude“ zu landen. Doch dann kam alles anders! Nach dem Wechsel in die Beratung und nach diversen Projekten bei deutschen Versicherungen war ich plötzlich als externe Mitarbeiterin bei adesso insurance solutions. Ich wurde von dem damaligen Projektteam, in dem ich startete, herzlich in Empfang genommen, und hatte nie das Gefühl, nur eine externe Mitarbeiterin zu sein. Nach einiger Zeit war für mich klar: Ich wechsle die Seiten und streiche das Adjektiv „extern“. Die Freude an der Arbeit an sich, das sehr kollegiale Umfeld, die spannenden Aufgaben, die nie Langeweile aufkommen lassen, flache Hierarchien, das Gefühl, die Entwicklung eines Produkts vorantreiben und mitgestalten zu können, all dies waren und sind für mich gute Gründe, mich für adesso insurance solutions zu entscheiden.

 

Was genau sind Deine Aufgaben als Aktuarin bzw. Senior Consultant?

Das Aufgabenfeld eines Aktuars bzw. einer Aktuarin ist sehr vielfältig. Grob gesprochen beschäftigen sich Versicherungsmathematiker*innen mit der Modellierung, Bewertung und Steuerung von Risiken und allem, was damit zusammenhängt. Bei uns im Speziellen kümmern wir Mathematiker*innen uns darum, das Leben eines Versicherungsvertrags in der jeweiligen Bestandsführungssoftware abzubilden und das Formelwerk zur Berechnung aller benötigten Zahlen wie Prämienhöhen, Leistungen, Reserven, Bilanzwerte oder steuerliche Werte in Code zu übersetzen. Das erfordert neben versicherungsmathematischem Fachwissen auch Kenntnisse der regulatorischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten sowie Programmierkenntnisse.

adesso insurance solutions entwickelt Bestandsführungssysteme für die unterschiedlichen Versicherungssparten. Demnach arbeiten Aktuare und Aktuarinnen bei uns nicht nur in meinem Bereich der Lebensversicherung (in|sure PSLife), sondern auch bei den Produkten für Krankenversicherung (in|sure Health Policy) und betriebliche Altersvorsorge (in|sure CollPhir).

 

Kannst Du uns ein bisschen aus Deinem Berufsalltag berichten? Welches Projekt betreust Du momentan und was sind Deine konkreten Aufgaben?

Ich arbeite an der Weiterentwicklung des Rechenkerns von in|sure PSLife. Momentan bin ich Teil des Produktentwicklungsteams in Köln. Wir entwickeln hier das Basisprodukt, welches dann bei unseren Kunden individuell an deren Anforderungen angepasst wird.

Als Mathematikerin kümmere ich mich einerseits darum, neue Funktionalitäten im Rechenkern von in|sure PSLife umzusetzen. Dazu sind nicht nur das versicherungsmathematische Rüstzeug sowie grundlegende Programmierkenntnisse Voraussetzung, sondern ich muss mich obendrein mit Gesetzestexten auseinandersetzen, da die Funktionalitäten der Software immer den aktuellsten gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssen. Neben der Entwicklung neuer Funktionalitäten beschäftige ich mich mit der Behebung von Fehlern im Code oder beispielsweise in den Berechnungsalgorithmen.

Zwischendurch bin ich bei unseren Kunden direkt vor Ort, um sie bei diversen Tätigkeiten wie beispielsweise der Integration neuer Funktionalitäten zu unterstützen oder Weiterentwicklungen abzustimmen. So dicht dran am Anwender zu sein, ist einerseits spannend, andererseits durch die Möglichkeit des direkten Feedbacks aber auch sehr hilfreich für die tägliche Arbeit. Vielfach herausfordernd ist dabei für mich, dass ich dem Kunden bzw. den Projektteams komplexe Sachverhalte auf eine auch für Nicht-Mathematiker*innen einfache und verständliche Weise erklären muss.

 

Was sind besondere Herausforderungen bei Deiner Arbeit?

Anfangs war die größte Herausforderung, mich als Mathematikerin in einem großen Softwareentwicklungsprojekt und den dafür benötigten Prozessen und Programmen zurecht zu finden. Da bin ich aber dank der Hilfe der Kollegen*innen und mit den vorhandenen übersichtlichen Dokumentationen schnell hineingewachsen.

Obwohl ich mich bereits einige Zeit mit in|sure PSLife beschäftige, lerne ich jeden Tag etwas Neues dazu. Regelmäßig stolpere ich über nie zuvor gesehene Stellen im Code oder es gibt Anforderungen an Funktionalitäten, deren Umsetzung mich wirklich herausfordert. Zusammenfassend kann ich unterstreichen, dass es genau diese Herausforderungen sind, die für mich meinen Arbeitsalltag spannend und attraktiv gestalten.

Cornelia Arbeitsplatz_kl

 

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Der Arbeitstag im Büro beginnt mit einem sogenannten „Daily“. Dabei bespricht das Projektteam täglich und in sehr kurzer Form wichtige Ergebnisse oder Probleme des vergangenen Tages sowie bevorstehende Tätigkeiten. Prinzipiell arbeiten wir in Releasezyklen. Für ein Release gibt es vorab einen Plan, welche neuen Funktionalitäten umgesetzt werden sollen bzw. wie bereits vorhandene Funktionalitäten verändert werden sollen. Diese Anforderungen für neue Funktionalitäten kommen einerseits aus unseren Kundenprojekten sowie andererseits beispielsweise durch neue oder geänderte gesetzliche Regelungen. Zusätzlich dazu werden für ein neues Release natürlich diverse kleinere Verbesserungen und Fehlerbehebungen umgesetzt.

Als Mathematikerin zählt es zu meinen Aufgaben, für die vorher spezifizierten Anforderungen ein Fachkonzept zu erstellen und dieses dann im Rechenkern umzusetzen. Die Implementierungen müssen danach durch entsprechende Testfälle im Rechenkern getestet werden, wobei ich die berechneten Werte nochmals fachlich überprüfe. Zusätzlich erstellen wir für jede neue Funktionalität eine Dokumentation, wie diese in den laufenden Kundenprojekten zu integrieren ist.  

Zu einem typischen Tagesablauf gehört es dabei ebenfalls, Hand in Hand mit der Projektleitung, den Softwareentwicklern und der Qualitätssicherung zu arbeiten und diverse Fragen aus Kundenprojekten zu beantworten. Hin und wieder gilt es auch, vom Kunden gemeldete Fehler in unserer Software zu analysieren und zu beheben. Je nach Schweregrad des Fehlers liefern wir eine neue Version aus oder ich schlage aus fachlicher Sicht eine Übergangslösung für die Kunden vor.

 

Wenn man Dich an Deinem Arbeitsplatz besucht, welche Gegenstände findet man dann auf jeden Fall auf Deinem Schreibtisch?

Definitiv eine Kaffeetasse: Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts! Zusätzlich natürlich das benötigte Zubehör, um auch im Büro meinen gewohnten Wiener Espresso genießen zu können: eine AeroPress und eine Dose mit gemahlenen Kaffeebohnen.

 

Was liebst Du an Deinem Job am meisten?

Die Abwechslung und Vielseitigkeit meiner Aufgaben, die flachen Hierarchien im gesamten Konzern, das kollegiale Umfeld und natürlich das Kickern mit meinen Kollegen*innen in der Mittagspause.

 

Gibt es etwas, das Du gerne ändern würdest?

Bedingt durch mein aktuelles Projekt pendle ich zwischen Wien, München und Köln. Obwohl ich Flughäfen, Flugzeuge und das Fliegen an sich liebe, wünsche ich mir hin und wieder, weniger Zeit im Flugzeug zu verbringen. 😊

 

Würdest Du Freunden adesso insurance solutions als Arbeitgeber empfehlen und wenn ja, warum?

Auf jeden Fall! Und zwar genau aus den Gründen, die auch mich selbst zu einem Wechsel zu adesso insurance solutions bewogen haben: das herausragende Miteinander mit super Kollegen*innen.

 

 

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