Blick in die Zukunft: Worauf Versicherer sich fokussieren müssen


Wie soll die Versicherung der Zukunft aussehen? Das lässt sich am besten herausfinden, wenn die Kund:innen direkt gefragt werden. Eine Studie hat das getan und vier wichtige Handlungsfelder identifiziert.

An Ideen für den Versicherungsmarkt der Zukunft mangelt es nicht. Digitale Lösungen optimieren die Prozesse im Front- und Backend, die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und bietet die Chance für neue Produkte. Aber welche Wege sollten Versicherer einschlagen, um in Zukunft weiterhin für die Kund:innen relevant zu sein? Antworten liefert eine Studie der Unternehmensberatung Capco, in der fast 14.000 Versicherte aus 13 Ländern zu ihren Vorlieben und Wünschen befragt wurden.

Im Ergebnis hat die Studie vier Handlungsfelder für Versicherer identifiziert.

Digitalisierung: Besseres Online-Erlebnis und mehr Transparenz

Die Wünsche der Kund:innen bestärken die Versicherer in ihren Bemühungen in Sachen Digitalisierung. Allerdings scheinen die Ergebnisse noch immer nicht ausreichend zu sein. So wünschen sich laut Studie 57 Prozent der Befragten ein besseres Online-Erlebnis von ihrem Versicherer. Die Befragung kommt somit zu einem ähnlichen Schluss wie eine Studie von epam, die einen deutlichen Unterschied zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung beim Online-Angebot der Gesellschaften herausgearbeitet hatte.

Interessant in diesen Zusammenhang ist die Aussage von 66 Prozent der Befragten, dass sie eine App ihres Versicherers nutzen würden, wenn diese neben individuellen Informationen zusätzliche Transparenz über alle Finanzprodukte bietet, also auch Bankkonten und Altersvorsorge umfasst. Die Versicherten wünschen sich demnach offenbar mehr als einen reinen Vertragsmanager und den Produktabschluss.

Cross-Selling: Vertriebspotenziale längst nicht ausgeschöpft
 
Indirekt zeigt das Ergebnis der Studie, dass längst noch nicht alle Vertriebspotenziale ausgeschöpft sind. Im Durchschnitt besitzen 60 Prozent der Befragten lediglich eine Versicherung eines Anbieters. Der Fokus der Gesellschaften muss in Zukunft also darauf liegen, hier aktiver zu werden, um auch Cross-Selling-Potenziale zu nutzen. Das könnte über Strategien wie Embedded Insurance oder auch durch Kooperationen mit Insurtechs, Fintechs und Branchenfremden erfolgen.
 
Vermittlung von Versicherungswissen: Besonders Frauen wollen besser informiert werden
 
Die Vermittlung von Finanzwissen treibt gerade die Bankenwelt, insbesondere die Fintechs um. Dahinter steckt die Überzeugung, dass nur mit dem richtigen Wissen kluge finanzielle Entscheidungen getroffen werden können. Je mehr die Kund:innen über Finanzprodukte wissen, umso stärker werden sie auch aktiv werden, um sich mit ihrem Geld zu beschäftigen, statt es auf das Sparbuch zu legen.

Und diese Strategie könnte im Bereich der Versicherungen ebenfalls erfolgreich sein. 37 Prozent der befragten Kund:innen gaben an, nicht gut über Versicherungen und aktuelle Produkte informiert zu sein. In 12 der 13 Ländern fühlen sich gerade auch Frauen nicht ausreichend über Versicherungsprodukte informiert. In dieser Hinsicht decken sich die Ergebnisse der Befragung mit den Erkenntnissen der Bankenbranche, in der sich immer mehr herausstellt, dass Frauen eine vernachlässigte Zielgruppe sind. Dort sind auch erste Verticals am Start, deren Angebote auf Frauen zugeschnitten sind. Versicherer tun also gut daran, sich sowohl um die Vermittlung von Finanzwissen zu kümmern als auch Frauen stärker in den Blick zu nehmen.

Hyperpersonalisierung: Daten gegen bessere Konditionen
 
Außerdem ist gerade in Sachen Personalisierung die Kreativität der Versicherer gefragt: Denn 72 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereit sind, persönliche Daten mit den Versicherungen zu teilen, wenn sie im Gegenzug günstigere Prämien und Vorteile erhalten. Wie die Studie verrät, praktiziert dies auch bereits ein Teil der Kund:innen in den Bereichen Fitness und Gesundheit, Smart-Home, Wearables (Smartwatch etc.), Social Media und Auto.
 
Der Wunsch der Versicherten nach einer individuellen Absicherung statt eines Standardprodukts für alle ist also groß. Indes sind noch längst nicht alle Versicherer technologisch hier angekommen. Hier sollte die Aktivität verstärkt werden, da sie auf einen wichtigen Kundenwunsch einzahlt.
 

Sie möchten über die Digitalisierung von Versicherungen sprechen? Dann freut sich unser Experte Karsten Schmitt, Head of Business Development bei adesso insurance solutions, auf Ihre Kontaktaufnahme. 

 

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