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Mit KI gegen Versicherungsbetrug

Mit KI gegen Versicherungsbetrug


Maschinelles Lernen, Mustererkennung und jede Menge Daten unterstützen Versicherer dabei, betrügerische Schadensmeldungen und Unregelmäßigkeiten aufzudecken. KI gegen Kriminelle: Ein Thema, das auch bei Apps immer wichtiger wird.

Der Versicherungsbetrug ist so alt wie das Versicherungswesen selbst. Schon Thomas Mann berichtete 1901 in seinem Roman „Buddenbrooks“ von Unregelmäßigkeiten. Seitdem hat sich viel verändert, geblieben ist der Betrug. Modernste Technologie hilft den Gesellschaften dabei, im Mengengeschäft schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der Kunde hat es eilig, der Versicherer wenig Zeit

Ist der Schadensfall eingetreten, haben es die Versicherten verständlicherweise eilig. Aus Sicht der Versicherungsgesellschaft ist die kleine Beule am Auto eine Bagatelle, für den Kunden bedeutet sie Aufregung und Unsicherheit. Er möchte seinen Schaden möglichst schnell reguliert wissen.

Im SUHK-Segment haben es auch die Versicherer eilig. Schließlich handelt es sich um ein Mengengeschäft, das sich noch dazu durch eine geringe Marge auszeichnet. Entsprechend fortgeschritten ist in den meisten Gesellschaften deshalb auch der Automatisierungsgrad in dieser Sparte.

Allerdings bergen Mengengeschäft und Automatisierung auch die Gefahr, dass betrügerische Machenschaften nicht erkannt werden. Hier greifen Systeme mit „Künstlicher Intelligenz“ den Sachbearbeitern helfend unter die Arme.

KI erkennt betrügerische Muster und entdeckt Anomalien

Mit dem Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft sowie der Auskunftei des GDV stehen Versicherern zwei wichtige Datenquellen zur Verfügung, die über auffällig gewordene Versicherungsnehmer informieren. Die Abfrage dieser Datenpools ist somit für die Sachbearbeiter bei der Schadensabwicklung ein wichtiges Instrument. Aber das allein genügt nicht.

Denn der Blick in die Historie hilft nicht bei der Entdeckung von „neuen Maschen“, also Mustern oder Betrugsnetzwerken. Genau dort setzen KI-Systeme an, wie sie beispielsweise bereits die DEVK in der Kfz-Versicherung erfolgreich nutzt. Dort werden die Sachbearbeiter, die den gesamten Prozess von der Schadenserstmeldung bis zur Regulierung bearbeiten, von KI unterstützt. Und das bei 160.000 Schadensfällen pro Monat.

Schutz (nicht nur) in Apps – Behavioral Biometrics

Betrügerische Absichten verfolgen allerdings nicht nur unehrliche Versicherungsnehmer. Im Zeitalter der Digitalisierung stellen Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen immer mehr Serviceangebote online und via App zur Verfügung. Die mit einem Benutzerkonto hinterlegten Daten und Informationen sind für Kriminelle eine lohnenswerte Beute. Bei der Betrugsabwehr spielt KI auch hier ihre Vorteile aus. Gegen Account-Übernahmen (Account Take Over) oder die Eröffnung gefälschter Kundenkonten bietet der Markt Schutzsysteme, die auf unverwechselbare Kennzeichen des Kunden zurückgreifen: sein Verhalten.

Behavioral Biometrics stellt aus unterschiedlichsten Parametern ein Profil des berechtigen Anwenders zusammen und kann die Nutzung von Apps oder Online-Zugängen in Echtzeit überwachen. Die im Hintergrund arbeitende KI vergleicht das offensichtliche Verhalten auf Abweichungen zu bisher gesammelten Daten. Bereits das Tippen auf einem Bildschirm und Wischgesten unterscheiden sich zwischen Individuen, etwa in Hinblick auf die Stärke oder den Winkel, mit dem der Finger auf das Display trifft. Zuverlässiger und schneller als jeder Mensch decken KI-Systeme auch hier Anomalien auf und können Gegenmaßnahmen einleiten.

 

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